Die Handballerinnen der SG Zweibrücken setzten sich am Sonntag im letzten Heimspiel der Oberliga-Saar-Saison 2025/26 in einer torarmen Partie mit 19:15 gegen die HSG Ottweiler/Steinbach durch. Damit zogen sie einen Spieltag vor Rundenende an ihrem direkten Konkurrenten vorbei. Mit dem Sieg stehen die Zweibrückerinnen nun mit einem Punkt Vorsprung vor Ottweiler auf dem zehnten Tabellenplatz – und damit auf einem Nicht-Abstiegsrang. Beste Spielerinnen waren Lea Bullacher mit sechs Toren (davon drei Siebenmeter) und Vera Jänicke mit fünf Treffern.
Dass die Rosenstädterinnen sich in dieser Saison keine Sorgen mehr um den Klassenerhalt machen müssen, stand allerdings bereits vor der Partie fest. Die HSG Ottweiler/Steinbach hat unabhängig vom Saisonverlauf nicht für die kommende Oberliga-Saison gemeldet und wird stattdessen zwei Klassen tiefer in der Bezirksliga antreten. Grund dafür ist laut Verein ein größerer Umbruch im Team. Mit Torhüterin Jessica Wagner (Wechsel zum TV Merchweiler), Spielmacherin Becky Gerlach (künftig SG Zweibrücken) sowie den Rückraumspielerinnen Michaela Maschke und Miriam Baab, die beide kürzertreten wollen, verliert Ottweiler gleich vier wichtige Leistungsträgerinnen.
Durch den freiwilligen Abstieg der HSG Ottweiler/Steinbach sowie den bereits feststehenden Absteiger HSG Fraulautern/Überherrn, der seine Mannschaft während der Saison aus dem Spielbetrieb zurückgezogen hatte, wird es in dieser Spielzeit keinen sportlichen Absteiger aus der Oberliga Saar geben. Damit ist auch der Klassenerhalt der Zweibrückerinnen unabhängig von ihrer Platzierung gesichert. Mit dem Sieg gegen Ottweiler haben sich die Rosenstädterinnen dennoch eine gute Ausgangsposition erarbeitet, um die Saison auf dem zehnten Platz zu beenden und sich somit auch aus sportlicher Sicht den Klassenerhalt zu sichern.
Die Anfangsphase in der Westpfalzhalle gehörte zunächst den Gästen. Zweibrücken fand nur schwer ins Spiel, was Ottweiler direkt ausnutzte. Nach zehn Minuten sorgte Becky Gerlach mit einem Doppelschlag für die 2:6-Führung der HSG und zwang SG-Trainer Rüdiger Lydorf zur frühen Auszeit. Danach kamen die Gastgeberinnen deutlich besser in die Partie. Mit einer starken Abwehrleistung ließen sie neun Minuten lang keinen Gegentreffer zu. Im Angriff standen sie jedoch weiterhin vor Problemen: Bis zur 18. Minute verkürzten sie zwar auf 4:6, ließen aber mehrere Möglichkeiten - darunter drei Siebenmeter - ungenutzt.
Auch Ottweiler reagierte auf die torlose Phase und nahm eine Auszeit. Kurz darauf mussten die Zweibrückerinnen einen weiteren Rückschlag verkraften: Rückraumspielerin Celine Jag musste nach einem unglücklichen Treffer im Gesicht mit Nasenbluten vom Feld. Da auch Spielmacherin Katrin Hoffmann fehlte, waren neue Lösungen gefragt. Ottweiler nutzte diese Phase und erhöhte wieder auf 4:8 (23. Minute).
Nun übernahm Kapitänin Lea Bullacher Verantwortung und rückte auf die Spielmacherposition. Mit zwei Treffern verkürzte die gelernte Kreisläuferin auf 6:8 (28.). Doch erneut war es Becky Gerlach, die den alten Abstand wiederherstellte und für den 6:9-Halbzeitstand sorgte.
Nach der Pause zeigten sich die Zweibrückerinnen deutlich verbessert. Mit vier Treffern in Folge drehten sie das Spiel und gingen erstmals selbst in Führung (10:9, 36.Spielminute). In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem die Gastgeberinnen immer die Nase vorn hatten, Ottweiler aber weiter dagegen hielt. Acht Minuten vor dem Ende nutzte Miriam Baab eine Überzahlsituation zum 15:15-Ausgleich und leitete damit die spannende Schlussphase ein.
In dieser Crunchtime präsentierte sich Zweibrücken jedoch bärenstark: In den letzten acht Minuten ließen sie keinen Gegentreffer mehr zu und erzielten selbst noch vier Tore. Den Schlusspunkt setzte Vera Jänicke mit dem Treffer zum 19:15-Endstand in der letzten Spielminute.
Traditionell wurde nach dem letzten Heimspiel auch eine Spielerin verabschiedet: Ella Hartfelder verlässt die SG Zweibrücken. Sie begann ihre Handballkarriere bereits als Kind beim damaligen SV 64 Zweibrücken, durchlief alle Jugendmannschaften und gehört seit Jahren zum festen Bestandteil der Damenmannschaft. Letztes Jahr bereits verlagerte Ella ihren Lebensmittelpunkt für ihr Lehramtsstudium nach Mainz. Nach einigen Verletzungen und Personalsorgen im SG-Team nahm sie aber dennoch wann immer möglich die Doppelbelastung auf sich, um neben ihrer neuen sportlichen Heimat, der TSG Mainz-Bretzenheim, auch ihr Team in Zweibrücken auf der Platte zu unterstützen. “Wir bedanken uns bei Ella für ihr großes Engagement, das sie gezeigt hat, indem sie die Mannschaft während unserer Personalnot trotz Studium und Handball in Mainz oft unterstützte. Wir wünschen ihr alles Gute auf ihrem weiteren Weg in Mainz. Unsere Türen stehen immer für sie offen”, lobte SG-Abteilungsleiter Pascal Wenzel die Linkshänderin.
Für die Löwinnen steht am kommenden Samstag das letzte Saisonspiel beim ASC Quierschied an. Dort wollen sie noch einmal alles geben, um den zehnten Tabellenplatz zu verteidigen.