Viel bitterer kann eine Partie kaum laufen. Die zweite Mannschaft der SG Zweibrücken zeigte gegen den favorisierten TuS Brotdorf eine kämpferisch überragende Leistung und stand kurz vor einer Überraschung. Doch in der letzten Minute überschlugen sich die Ereignisse und die Rosenstädter mussten sich knapp mit 24:25 (13:12) geschlagen geben. Bester Werfer war Sebastian Birster mit fünf Treffern.
„Leider starten wir schwer ins Spiel und liegen direkt mit 2:5 hinten, kämpfen uns dann aber gut zurück. Nach dem Ausgleich entwickelt sich ein faires, aber dennoch umkämpftes Spiel über die gesamte restliche Spielzeit. Leider können wir uns nie entscheidend absetzen, obwohl wir zwischenzeitlich mit drei Toren führen, weil wir unnötige technische Fehler machen und hier und da zu überhastet agieren. Trotzdem haben wir bei jeder negativen Phase immer wieder gut ins Spiel zurückgefunden. Abgesehen von der letzten Minute hatten wir es eigentlich gut unter Kontrolle“, hadert SG-Mannschaftskapitän Dennis Buchner nach der Partie. Der Zweibrücker Torhüter war einer der auffälligsten Akteure auf dem Feld und zeigte eine überragende Leistung. „Die Abwehr hat es mir als Torhüter mit ihrer starken Abwehrleistung, vor allem gegen den Rückraum, auch bedeutend einfacher gemacht, Bälle zu halten“, erklärt der sympathische Torhüter und geizt auch sonst nicht mit Lob für seine Mitspieler. Ein Sonderlob verdienten sich die A-Jugendlichen, allen voran Sebastian Birster, Fynn Kropp und Louis Ringle, die für 13 der 24 Treffer der Zweibrücker verantwortlich waren, ebenso wie Leo Roller, Tomas Kraucevicius und Tim Grunwald, die vor allem in der Abwehr wichtige Stabilisatoren waren.
Nach etwas mehr als elf gespielten Minuten sah es noch danach aus, als würde der Favorit aus Brotdorf seiner Rolle gerecht werden. Zu diesem Zeitpunkt führten sie mit 2:5.
Trotz des Rückstands wuchs in der jungen Zweibrücker Mannschaft gleichzeitig auch der Glaube daran, dass an diesem Abend etwas möglich ist. In der 16. Minute feierten die von Björn Stoll betreuten Löwen den Ausgleich. Zwar konnte der TuS noch zweimal vorlegen, doch die Hausherren hatten jetzt die passende Antwort parat und konnten ihrerseits nach einem 3:0-Lauf mit 9:7 (21. Minute) in Führung gehen. Nach einer Auszeit der Brotdorfer konnten die Gäste zunächst zum 9:9 (24. Minute) ausgleichen, doch die Rosenstädter legten einen weiteren 3:0-Lauf hin und führten in der 27. Minute mit 12:9. Bis zur Halbzeit verkürzten die Gäste auf 13:12.
Wie schon in der ersten Hälfte dauerte es auch in der zweiten Hälfte ein paar Minuten, bis die Zweibrücker ankommen. „Das zieht sich wie ein roter Faden durch unsere ganze Saison. Wir starten zu oft schlecht in eine Halbzeit“, ärgert sich Buchner. Nach dem zwischenzeitlichen 13:14 (34. Minute) gehen sie vier Minuten später selbst wieder mit 16:14 in Führung. Obwohl sich die zweite Halbzeit sehr ausgeglichen gestaltet, haben die Hausherren immer wieder die Möglichkeit, sich mit drei oder gar vier Treffern abzusetzen. Einfache technische Fehler wurden von den Gästen bestraft, sodass die Spannung in der Schlussminute ihren Höhepunkt erreichte. Als 45 Sekunden von dem Ende die Gäste ihre Auszeit nehmen, führen die Zweibrücker mit 24:23. 20 Sekunden vor dem Ende gleichen sie dann zum 24:24 aus, woraufhin die Zweibrücker Bank ebenfalls direkt reagiert und eine Auszeit nimmt. Doch dann läuft es nicht wie gehofft, denn der letzte Wurf findet nicht sein Ziel und mit noch wenigen Sekunden auf der Uhr bekommen die Gäste eine letzte Chance, die durch ein Foulspiel unterbunden wird. Folgerichtig gab es hierfür einen Siebenmeter, der von Timm Reinert verwandelt wurde und den Gästen einen sehr glücklichen Auswärtserfolg bescherte.
Nach einwöchiger Pause geht es für die Zweibrücker zum HSV Merzig/Hilbringen, der sich in bestechender Form präsentiert und derzeit durch die Liga fegt.
Für die SG Zweibrücken 2 spielten:
Dennis Buchner, Samiran Markgraf im Tor,
Sebastian Birster 5, Fynn Kropp 4, Evan Gordon 4, Louis Ringle 4, Dennis Bernt 3, Simon Maury 1, Pascal Bayer 1, Tim Grunwald 1, Henry Berresheim 1, Tomas Kraucevicius, Leo Roller, Jannis Graff