Die Schlussphase des Spiels zwischen der HF Köllertal und der SG Zweibrücken am Samstagabend war an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Über die gesamte zweite Hälfte lieferten sich beide Teams ein enges, heiß umfochtenes Duell. Während Köllertal versuchte ihre vier Tore Führung aus der Halbzeit (14:10) irgendwie über die Zeit zu bringen, kämpften die Zweibrückerinnen mit aller Macht darum, das Spiel doch nochmal zu drehen. Die Gäste aus der Rosenstadt schafften es zwar immer wieder den Abstand zu verkürzen, verfehlten dann aber häufig knapp die Chance zum Ausgleich.
Doch dann eineinhalb Minuten vor Abpfiff war es die mit acht Treffern beste SG-Torschützin Vera Jänicke, die zum 26:25 Anschluss verwandelte und die Chance auf einen Punktgewinn weiter aufrechterhielt. Die Zweibrückerinnen verteidigten gut, schoben die Lücken zu, doch Yuliya Kucerova zeigte wieder ihre ganze Klasse, zog die Abwehr auf sich und spielte Jule Enninghorst frei, die nur mit einem siebenmeterwürdigen Foul gestoppt werden konnte. 20 Sekunden vor Schluss lautete das Duell am Siebenmeterstrich nun, Yuliya Kuerova gegen Clara Drumm. Drumm, die auch in der Zweibrücker B-Jugend spielt und erst im Dezember mit ihrem 16. Geburstag die Spielberechtigung für den Aktivenbereich erlangte, feierte an diesem Tag ihr Debut bei den „Großen“. Kucerova, die als eine der sichersten Siebenmeterschützinnen der Liga gilt und im Spiel zuvor schon zwei Strafwürfe sicher verwandelte, hatte das Momentum auf ihrer Seite und die Chance mit einer zwei Tore Führung den Sack für ihr Team zuzumachen. Doch die 16-jährige Clara Drumm zeigte keine Nerven und parierte den Wurf der Köllertalerin mit Bravour.
SG-Trainer Rüdiger Lydorf reagierte sofort und beantragte umgehend eine Auszeit, um den Plan für die letzten 20 Sekunden zu besprechen. Ohne Torwart und mit sieben Feldspielerinnen, versuchten die Zweibrückerinnen eine Überzahl auszuspielen, um einen freien Wurf zu erreichen. Doch der Plan ging nicht auf und am Ende machte den Löwinnen die fortlaufende Zeit einen Strich durch die Rechnung. So blieb es beim Endstand von 26:25 und einer mehr als bitteren Niederlage für die Rosenstädterinnen.
„Wir haben heute ein wirklich gutes Spiel gemacht. Die Mädels haben in der Abwehr alles reingehauen. Im Angriff haben wir uns auch gute Chancen erspielt, aber 13 verworfene Bälle in der ersten Halbzeit haben uns heute das Genick gebrochen“, resümierte Lydorf nach dem Spiel.
Schon von Beginn an fanden die Zweibrückerinnen gute Lösungen gegen die Köllertaler Defensive, scheiterten aber ein ums andere Mal am Torabschluss. Das nutzten die Gastgeberinnen für sich aus, um sich selbst einen Vorsprung zu erarbeiten. Trotz einer Partie auf absoluter Augenhöhe gingen die Saarländerinnen somit bis zur Halbzeit mit 14:10 in Führung - eine Hypothek, die die SG-Handballerinnen letztendlich nicht ganz schafften zu tilgen.
„Auch wenn es wieder nicht ganz gereicht hat, haben die Mädels wieder bis zum Umfallen gefightet. Das Spiel hat gezeigt, dass wir auch gegen die vorderen Mannschaften mithalten können. Jetzt gilt es da weiterzumachen, um uns in Zukunft für die Arbeit auch mit Punkten belohnen zu können“, weiß Rüdiger Lydorf, dass in seinem Team mehr steckt, als es der aktuelle Tabellenstand vermuten lässt.
Jetzt haben die Zweibrückerinnen die Traningswoche über Zeit weiter an ihrem Spiel zu feilen, bis am Samstag mit der DJK Oberthal der nächste Topgegner in die heimische Ignaz-Roth-Halle kommt.
Es spielten:
Leonie Hoffmann und Clara Drumm im Tor
Vera Jänicke 8, Milla Hoffmann, Lea Bullacher 7/1, Katrin Hoffmann 1, Emma Klein 1, Teresa Wenzel 1, Anna Sommer, Lejla Carkadzija 4/2, Celina Jag 3, Charlotte Krauß, Jasmin Ruffing
Siebenmeter: 2/3, 3/6; Zeitstrafen: 3/2
Schiedsrichter: Mayer/ Lentes