Über die Ostertage stand für Jugendteams der weiblichen C- und B-Jugend der SG Zweibrücken ein ganz besonderes Erlebnis an. Die Junglöwinnen reisten in den Ferien nämlich ins 879 Kilometer entfernte Kolding in Dänemark, um dort am internationalen Kolding Handballcup teilzunehmen. Das renommierte Turnier findet jährlich über die Ostertage in der Sydbank Arena, der Heimspielstätte des dänischen Erstligisten KIF Kolding, statt. Mit rund 270 teilnehmenden Teams hat sich das Turnier in den vergangenen Jahren zu einem der größten Jugend-Hallenturnieren in Europa entwickelt.
Am Karfreitag begann die große Reise bereits in aller Früh. Um fünf Uhr morgens fuhren die beiden Teams, mitsamt mitgereister Fans im großen Reisebus los in Richtung Dänemark. Nach knapp zehnstündiger Busfahrt in Kolding angekommen stand schon gleich das erste Highlight auf dem Programm. In der, mit 4500 handballverrückten Jugendlichen, vollbesetzten Sydbank-Arena fand nämlich am Freitagabend die große Eröffnungsfeier statt. Mit Lichtershow, DJ und dem Einlauf der Fahnen aller teilnehmenden Nationen wurde dort auch so einiges geboten. Am nächsten Tag starteten beide Zweibrücker Teams dann offiziell ins Turnier.
Die weibliche C-Jugend startete am Samstagmittag im Frederica Idraetscenter, eine, multifunktionalen Sportpark mit mehreren Handballfeldern, Schwimmbad, Trampolinhallen, Outdoor-Sportanlegen und vielem mehr, in ihr Turnierabenteuer. Bei insgesamt 24 Teams wurden in dieser Altersklasse in acht Dreiergruppen die Vorrunden ausgespielt. In den Vorrunden qualifizierten sich dann die jeweils Erstplatzierten für die KO-Spiele um Platz eins bis acht, die Zweitplatzierten für die Spiele um Rang neun bis 16 und die Drittplatzierten um Platz 17 bis 24. In ihrer Dreierkonstellation trafen die Junglöwinnen auf die deutschen Gegnerinnen des Görlitzer Handballclubs und den H.V. Heerle aus den Niederlanden.

Im ersten Spiel gegen Mädchen aus Görlitz wirkten die Zweibrücker Löwinnen noch etwas verschlafen und gerieten schnell in Rückstand. Mit zunehmender Spieldauer zeigten die Löwinnen aber ihre Krallen und verkürzten nochmal. Doch die Spielzeit von 2x15 Minuten reichte nicht mehr aus und die Zweibrückerinnen mussten sich in der ersten Partie mit 21:14 geschlagen geben. Im zweiten Spiel gegen die holländische Mannschaft H.V. Heerle waren die Löwinnen dann aber hellwach und gewannen deutlich mit 33:3. Als Gruppenzweiter ging es für die Mädels der C-Jugend dann noch am gleichen Tag mit den Play-Offs um die Plätze neun bis sechzehn weiter.
Im KO-System trafen die Zweibrückerinnen zunächst, mit den Mädchen von PSV Handball, wieder auf ein niederländisches Team. Mit guter Defensivarbeit und zwei stark aufgelegten Torhüterinnen legten die Löwinnen die Grundlage für den 18:15 Sieg und qualifizierten sich somit für die nächsten Entscheidungsspiele am Ostersonntag.
Beim Turnier der weiblichen B-Jugend waren insgesamt zwanzig Teams vertreten. Die Juniorinnen spielten in vier Vorrundengruppen mit jeweils fünf Mannschaften, nach ähnlichem Prinzip wie die Mädels der jüngeren Altersklasse die Qualifikation für die KO-Runden aus. Die jeweiligen Erstplatzierten qualifizierten sich direkt für das große Halbfinale, die nachfolgenden Teams qualifizierten sich der Rangfolge nach für die Gruppen um Platz fünf bis acht, neun bis zwölf, dreizehn bis sechzehn und siebzehn bis zwanzig.
Die B-Jugend Mädels der SG trafen in ihrer Vorrundengruppe in der Hauptspielstätte, der Sydbankarena auf die drei deutschen Teams Neuenhagener HC, die HSG Holsteinische Schweiz und die SG Bad Salzuflen, sowie eine niederländische Mannschaft. Die Junglöwinnen bestritten am Samstag drei der insgesamt vier Vorrundenspiele. Gegen die Teams aus Neuenhagen, Holstein und der Niederlande, setzten sich die SGlerinnen souverän durch und schafften damit beste Voraussetzungen im Kampf um den Halbfinaleinzug.
Am Samstagabend stand dann gleich das nächste außersportliche Highlight für die Jugendlichen an. Der Veranstalter organisierte nämlich eine Playersdisco in der Sydbankarena, in der die jungen Handballerinnen und Handballer mit Spielern anderer Vereine und Nationen zusammen feiern und in Kontakt treten konnten.
Am Sonntag ging es dann auch wieder auf sportlicher Ebene in die heiße Phase. Für die Mädels der C-Jugend begann der Tag mit einem weiteren KO-Spiel gegen die Heimmannschaft des Veranstalters Kolding IF. Anders als am Vortag waren die Löwinnen hellwach und gaben den dänischen Mädchen wenig Raum. Mit einem Start-Ziel-Sieg gewannen die Löwinnen mit 20:11 und erreichten somit das Endspiel um neunten Platz erreicht. In der entscheidenden Partie um Rang neun trafen die Junglöwinnen auf den Nachwuchs des Frauenbundesligisten HC Rödertal. Zu Beginn dominierten die beiden Abwehrreihen das Endspiel und keine der Mannschaften schaffte es sich abzusetzen. Erst in der zweiten Halbzeit erkämpften sich die Löwinnen leichte Vorteile und siegten schließlich mit 16:10. Damit beendeten die Löwinnen, aufgrund des Turniermodus, mit nur einer Niederlage das Turnier auf dem 9. Platz, konnten mit vier Siegen aus fünf Spielen mit ihrer Leistung sehr zufrieden sein.
Die B-Jugendlichen mussten am Sonntagmorgen im letzten Vorrundenspiel gegen die Mädchen aus Bad Salzuflen antreten. Die Begegnung stellte aufgrund der vorherigen Ergebnisse das Endspiel um den ersten Platz der Gruppe dar. Während der Partie steigerten sich die Zweibrücker Handballerinnen mit fortlaufender Spielzeit immer weiter und siegten am Ende sogar mehr als deutlich mit 27:13. Mit diesem Sieg lösten sie das heiß begehrte Ticket für das Halbfinale, das noch am gleichen Tag ausgespielt wurde. Dort wartete die holländische Mannschaft vom HV Verburch auf die Zweibrücker Mädchen.

Die Zuschauer in der dänischen Halle sahen ein hochklassiges Handballspiel, das an Spannung und Unterhaltung kaum zu überbieten war. Im eigenen Angriff stellten die SGlerinnen die holländische Abwehr immer wieder vor Probleme. Entweder wurden die Außen mit Liah Bies und Lea Merker geschickt freigespielt oder Teresa Wenzel vollstreckte sehenswert aus dem Rückraum. Doch auch die Niederländerinnen zeigten in der Offensive ihre ganze Stärke und hielten dagegen. Teresa Wenzel war es vorbehalten eine Minute vor Schluss den Treffer zum 13:11 zu erzielen und stellt damit alle Weichen auf Sieg. Doch die Zweibrücker Löwinnen zeigten Nerven und ermöglichten den tapfer kämpfenden holländischen Mädchen zehn Sekunden vor Abpfiff den Ausgleichstreffer zum 13:13. Da nach Ablauf der regulären Spielzeit kein Sieger ermittelt werden konnte, ging es für die beiden Teams ins direkte Siebenmeterwerfen. Nach jeweils vier Würfen konnten beide Mannschaften drei Bälle im gegnerischen Tor unterbringen. Bei den beiden letzten Würfen des regulären Siebenmeterschießens war somit nochmal richtig Spannung geboten. Die Zweibrückerin Clara Drumm bewies Nervenstärke und parierte den Ball der holländischen Schützin. Jetzt hatte Emma Donnevert die Chance mit einem Treffer das Finalticket zu lösen. Die SG-Handballerin blieb cool und verwandelte den letzten Siebenmeter zum großen Jubel ihrer Mitspielerinnen.

Im Finale trafen die Zweibrückerinnen dann auf den Meister der Regionalliga Schleswig-Holstein HSG Wagrien. In der Sydbank-Arena spielten die Finalistinnen nicht nur in der gleichen Halle wie der dänische Erstligist aus Kolding, sondern auch rund um das Spiel fuhren die Veranstalter ganz groß auf. Mit dem Warmlaufen in der großen und gut gefüllten Sydbank-Arena, Einlauf mit deutscher Fahne und Lichtkegel, sowie Videowürfel und Auszeit mit Buzzer während der Partie, war den Spielerinnen ein Erlebnis wie bei den Profis geboten, dass sie so schnell wohl nicht mehr vergessen werden. Im Spiel selbst blieben die Junglöwinnen gegen das starke Team aus Schleswig-Holstein allerdings chancenlos. Zu Beginn hielten die Zweibrückerinnen noch tapfer dagegen, doch mit fortlaufender Spielzeit merkte man dem kleinen SG-Kader die schwindenden Kräfte zunehmends an. Immer mehr Fehlwürfe und Ballverluste auf Zweibrücker Seite bestrafte Wagrien sofort mit schnellen Gegentoren und holte sich damit verdient mit einem Endergebnis von 22:14 den Turniersieg. Nach kurzem Ärger über die Niederlage überwog aber auch bei den Zweibrücker Löwinnen schnell der Stolz über den zweiten Platz auf einem internationalen Turnier.
Neben den guten sportlichen Leistungen werden den Spielerinnen aber wohl vor allem die tollen Erfahrungen und Begegnungen mit anderen Sportlern und Teams aus verschiedenen Nationen, auch nach der Abreise am Ostermontag, in schöner Erinnerung bleiben.
