Es hat nicht sollen sein. Nach spannenden und intensiven 60 Spielminuten mussten sich die Zweibrücker Handballer auswärts dem Handball Mülheim-Urmitz mit 28:27 (14:16) geschlagen geben. Aus Zweibrücker Sicht ist es besonders bitter, dass sie über weite Strecken die Partie kontrollierten und fünf Minuten vor dem Ende noch mit vier Toren in Führung lagen. Am Ende belohnten sich die Hausherren aber für ihren unermüdlichen Kampf und drehten die Partie. Bester Zweibrücker Werfer war Nils Wöschler mit sieben Treffern.
„Es war uns vorher bewusst, dass es ein schwieriges Spiel werden würde. Phasenweise haben wir ein gutes Spiel gemacht. In der Schlussphase hatten wir etwas Pech und haben den einen oder anderen Ball liegen lassen. Mülheim hat Oberwasser bekommen. Das gehört dazu, auch wenn es ärgerlich ist, dass es passiert. Der Schlüssel war in der Anfangsphase, in der wir stark verteidigt haben und mit Damian einen starken Rückhalt hatten. Im Ballvortrag haben wir aber so viele Fehler gemacht wie noch nie in dieser Saison. Wir hätten das Spiel heute gewinnen können“, analysiert SG-Trainer Martin Schwarzwald den Auftritt seiner Mannschaft. Zuvor hatten seine Jungs einmal mehr alles gegeben. Aber anders als in den vielen Wochen zuvor, als alles für die Zweibrücker Handballer lief, war es heute nicht. Sie konnten nicht ganz an die gewohnte Leistung anknüpfen und hatten mit Handball Mülheim-Urmitz einen starken Gegner, der, getragen von seinem lautstarken Publikum, eine tolle Leistung abgeliefert hat.
Ähnlich wie in den vergangenen Partien begann das Spiel mit hohem Tempo. Als Nils Wöschler den Treffer zum 4:5 erzielte, waren etwas mehr als sechs Minuten gespielt. Bis zur Mitte der ersten Halbzeit war es eine ausgeglichene Partie, wobei das Tempo langsam nachließ. Danach übernahmen die Zweibrücker allmählich die Kontrolle. Nach einem überragenden 5:0-Lauf führten diese in der 19. Minute mit 7:12, doch die Hausherren konnten den Lauf der Gäste unterbrechen und bis zum Halbzeitpfiff auf 14:16 verkürzen.
Die Gastgeber brauchten in der zweiten Halbzeit nicht lange, um die Partie wieder auf Null zu setzen. In der 35. Minute stand es 17:17. Bis Mitte der zweiten Halbzeit blieb die Partie sehr ausgeglichen und keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Doch dann schien es ab Mitte der zweiten Halbzeit so, als würde nun die große Stunde des Tabellenzweiten aus der Rosenstadt kommen. Nach und nach setzten sie sich ab. Etwas weniger als sechs Minuten waren noch zu spielen, als die Löwen aus Zweibrücken auf 23:27 erhöhten. Doch von da an lief bei ihnen nicht mehr viel zusammen, während die Hausherren, angetrieben vom lautstarken Publikum, jetzt ihre letzte Chance wahrten. Aus Zweibrücker Sicht war es in dieser Phase besonders bitter, dass man zunächst einen Siebenmeter liegen ließ und sich wenig später noch eine Zeitstrafe einhandelte. Die zweiminütige Überzahl nutzte der HBMU, um mit einem 3:0-Lauf den Ausgleich zum 27:27 (58. Minute) zu erzielen. Und es kam noch bitterer: Während die letzten Zweibrücker Angriffsversuche nicht vom Glück verfolgt waren, hatten die Hausherren mit David Lütkemeier den umjubelten Helden, der in der Schlussminute den Siegtreffer zum 28:27 besorgte.
„Heute hat es einfach nicht geklappt. Glückwunsch an Mülheim, die leidenschaftlich an sich geglaubt haben und es sich verdient haben. Für uns geht es jetzt darum, in Kastellaun eine Reaktion zu zeigen“, so Schwarzwald mit Blick auf die nächste schwere Auswärtsaufgabe.
Für die SG Zweibrücken spielten:
Damian Zajac, Norman Dentzer im Tor,
Nils Wöschler 7, Nico Becker 6, Stephan Jahn 5, Martin Leufke 4, Louis Ringle 2, Nico Graeber 1, Samuel Reitz 1, Julian Weber 1, Philipp Hammann, Matteo Weber,