Die Handballer der SG Zweibrücken empfangen am kommenden Samstag die Südpfalz Tiger. Nach dem Ausscheiden im Halbfinale des Pokalwettbewerbs gegen den späteren Sieger wollen sie zeigen, dass sie es besser können als am Ostermontag. Mit der eigenen Leistung war man nämlich nicht wirklich einverstanden. Anpfiff ist um 18 Uhr in der Westpfalzhalle.
Für die Zweibrücker Löwen war das Pokal-Final-4 in Saarbrücken bereits nach dem Halbfinale wieder vorbei. In einer knappen und spannenden Partie unterlagen sie dem Oberligisten HG Saarlouis II mit 29:28 (14:13). Im Finale schlug die Drittligareserve aus Saarlouis den HC St. Ingbert-Hassel und sicherte sich somit den diesjährigen Pokalerfolg.
„Es war nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft hatten. Wir müssen uns aber auch eingestehen, dass Saarlouis gut gespielt und die Leistung gegen uns dann im deutlichen Finalsieg nochmal bestätigt hat", fasst es SG-Trainer Martin Schwarzwald zusammen. Neben der SG Zweibrücken waren mit den HF Illtal und dem HC St. Ingbert-Hassel noch zwei weitere Regionalligisten qualifiziert. Die junge Saarlouiser Mannschaft war der einzige Oberligist. Bereits im ersten Spiel gab es eine Überraschung, denn der Vorjahressieger aus St. Ingbert schlug im ersten Pokalhalbfinale die HF Illtal, die beide Duelle in der Regionalliga zuvor für sich entscheiden konnte. Im zweiten Spiel bekamen es die Zweibrücker mit der HGS 2 und einem noch nicht so verbreiteten taktischen Mittel zu tun. Die Mannschaft von Tom Paetow agiert gerne mit dem vierten Rückraumspieler und verzichtet auf einen Kreisläufer. „Saarlouis hat uns damit aus unserer Komfortzone gedrängt. Uns haben Optionen und Lösungen in der Abwehr gefehlt”, ärgert sich Schwarzwald. Er will dies jedoch nicht als Kritik an der Mannschaft verstanden wissen. „Das hat uns auch vor Augen geführt, wie wichtig unsere gewissenhafte Vorbereitung Woche für Woche für unseren Erfolg ist. Das war in dem Fall nur begrenzt möglich, und das nehme ich auch auf meine Kappe”, so Schwarzwald. Seine Jungs liefen über weite Strecken einem Rückstand hinterher, ließen die Grün-Weißen aber nicht entscheidend davonziehen. Nach dem 14:13-Halbzeitstand zogen die Saarlouiser zu Beginn der zweiten Hälfte bis auf 20:16 davon. Davon ließen sich die SG-Handballer nicht beirren und verkürzten immer wieder den Rückstand. Doch die zweite Mannschaft des Spitzenreiters der 3. Liga, die viele junge Talente in ihren Reihen hat, die regelmäßig in der 3. Liga zum Einsatz kommen – wie beispielsweise Marko Jelicic, der später zum MVP des Turniers gewählt wurde –, blieb konzentriert. Nach dem zwischenzeitlichen 25:21 für die HGS 2 glichen die Rosenstädter sechs Minuten vor dem Ende zum 25:25 aus. „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie sich nie aufgibt und immer zurückkommen kann. Leider hatten wir in den folgenden Szenen trotz mehrerer guter Möglichkeiten nicht das nötige Spielglück. Daher Glückwunsch an Saarlouis“, so Schwarzwald.
Um am Samstag nicht auch dem Gegner gratulieren zu müssen, bereiten sich die Löwen intensiv auf die Partie vor. Die Südpfalz Tiger spielen eine starke Saison und haben sich im Mittelfeld der Tabelle etabliert. Mit etwas Glück könnten sie sogar bis Saisonende noch auf den fünften Rang klettern und ihre ohnehin starke Saison krönen. Die Mannschaft von Trainer Jochen Werling spielte in der vergangenen Saison lange gegen den Abstieg, schaffte in der Schlussphase aber den Turnaround und hielt verdient die Klasse. Diesen Schwung nahmen die Südpfalz Tiger mit in die neue Saison. „Sie spielen nach einem starken Saisonstart eine sehr solide Saison und finden sich zurecht im großen Mittelfeld der Tabelle wieder. Im Hinspiel haben wir eine unserer stärksten Leistungen gezeigt und das Spiel früh kontrolliert. Entscheidend wird sein, dass wir die offensive 3:3-Deckung wieder gut bespielen und die Kreise des schnellen Jan Gerbershagen sowie das Zusammenspiel mit Kreisläufer Stefan Job einschränken. Darüber hinaus können der spielstarke Arne Schäfer, Rückraumshooter Joshua Albert und Andre Hilsendegen jederzeit zum Faktor werden“, weiß Schwarzwald.
Die Zweibrücker werden wahrscheinlich auf Nico Becker verzichten, für den Lukas Kondziela einspringt. Kreisläufer Samuel Reitz und Torhüter Norman Dentzer waren zwar beide am Ostermontag im Einsatz, hinter dem erneuten Einsatz von Reitz steht jedoch ein Fragezeichen.
Zweite Mannschaft empfängt den TV Homburg 2
Für die Handballfans in Zweibrücken ist am Samstag einiges geboten: Unmittelbar nach dem Spiel der ersten Mannschaft empfängt die zweite Welle der SG Zweibrücken um 20 Uhr den TV Homburg 2. Der Tabellenfünfte konnte das Hinspiel klar für sich entscheiden und verfügt über eine sehr erfahrene Mannschaft, die auch gegen die Top-Teams der Liga mehr als nur mithalten kann. Es wird eine sehr schwere Aufgabe für die Löwen, doch ihre Leistungskurve zeigte zuletzt stark nach oben.